SimplyOne™-Konzept im Detail
Designgrundlage
Die Designgrundlagen von Jouko Hautala basieren auf langjähriger Erfahrung, die im SimplyOne™-Konzept vollständig genutzt wird. Im Detail sind sie wie folgt:
1. Der Karton benötigt Zeit zur Desintegration
Jeder, der Karton aus Recyclingfasern herstellt, möchte, dass der Grobrest aus der Auflösung, der größtenteils aus Kunststoff besteht, sauber und faserfrei ist. Die Rohstoffe OCC, MOW, UBC, CUPSTOCK und TETRAPAK enthalten ein breites Spektrum an Kartonmaterialien, die entweder leicht oder nur schwer desintegrierbar sind und daher eine lange Zeit zur Desintegration benötigen.
In einer konventionellen Faserlinie ist die Auflösezeit für nassfesten Karton normalerweise zu kurz. Dies führt dazu, dass nicht desintegrierte Kartonstücke zusammen mit dem Kunststoff in die Reststoffwäsche gelangen. In der Reststoffwäsche, üblicherweise in einer Reststofftrommel, desintegrieren diese Kartonstücke nicht, sondern passieren die Anlage als solche.
Beim Auflösen im SimplyOne™-Konzept wird dem Karton ausreichend Zeit zur Desintegration gegeben (bis zu einer Stunde), sodass der Grobrest sauber abgetrennt werden kann. Zusätzlich wird die Desintegration des Kartons durch einen am Boden der Reststoffwäsche rotierenden Rotor unterstützt.
2. Weniger Pumpen und geringerer Energieverbrauch
In einer konventionellen Linie wird viel Pumpenergie benötigt, um den Grobrest vom ersten Pulper zum Sekundärpulper und von dort zur Reststofftrommel zu transportieren.
Auf dem Markt gibt es spezielle Reststoffpumpen, und/oder ein geschlossener Sekundärpulper verfügt über genügend Leistung, um den Reststoff in die Reststofftrommel zu fördern.
Im Auflöseprozess des SimplyOne™-Konzepts wird der Grobrest dagegen durch die freie Schwerkraftenergie weitertransportiert.
3. Weniger Verschleiß und geringerer Wartungsaufwand
Mit dem Grobrest gelangen auch große Mengen an Sand, Metall und Glas in die Reststofftrommel. Die Öffnungen in der Reststofftrommel haben üblicherweise einen Durchmesser von 8–15 mm. Durch diese Öffnungen gelangen die kleinen Verschleißpartikel zurück in den Pulper und verursachen dort Verschleiß am Rotor und an der Siebplatte.
Im SimplyOne™-Reststoffwäscher verfügt die Siebplatte über 2 mm breite Schlitze. Dadurch können neben den Fasern nur sehr kleine Partikel in den Pulper zurückgelangen. Die Siebplatte wird – wie bei den Pulpern – durch einen rotierenden Rotor sauber gehalten.
4. Weniger Maschinen und geringere Investitionskosten
Bei den Siebplatten der Primär- und Sekundärpulper einer OCC-Linie haben die Öffnungen üblicherweise eine Größe von 10 mm oder sogar 20 mm. Durch diese Öffnungen gelangt viel schwerer Reststoff in den Faserstoff, der normalerweise mit HC-Reinigern entfernt wird. Diese benötigen wiederum Pumpenergie.
Außerdem enthält der Faserstoff so viele Verunreinigungen, dass eine Grobsiebung erforderlich ist, damit der Faserstoff sauber genug für die Reinigung und Feinsiebung ist.
Im SimplyOne™-Pulper haben die Öffnungen in der Siebplatte Schlitzbreiten von etwa 2,5 mm. Diese schmalen Schlitze übernehmen die Funktionen der HC-Reiniger und der Grobsiebung. Dadurch benötigt die SimplyOne™-Linie weder separate HC-Reiniger noch eine Grobsiebung. Der Faserstoff aus den Pulpern ist bereits für die LC-Reinigung und Feinsiebung geeignet.
Der Wegfall der HC-Reiniger und der Grobsiebung im SimplyOne™-Konzept ermöglicht die größten Einsparungen bei Investitionskosten, Energieverbrauch und Wartungskosten in der OCC-Linie.
5. Verbesserte Faserstoffqualität
Die größte Verunreinigung im OCC-Rohstoff ist Kunststoff, der in verschiedenen Formen vorliegt. Es gibt sowohl kleine als auch große Stücke sowie lange und kurze Kunststoffteile.
Eine ungünstige Eigenschaft des Pulpers besteht darin, dass größere und längere Kunststoffteile aufgrund der physikalischen Gesetzmäßigkeiten dazu neigen, sich in der Nähe des Rotors zu drehen. Die langen Kunststoffteile bilden dabei Seile bzw. Kunststoffzöpfe im Pulper.
Die Reststoffleitung zum Sekundärpulper beginnt an der Wand des Primärpulpers. Daher ist der Kunststoffanteil im Grobreststrom etwas geringer als im Primärpulper.
Aufgrund dieser Faktoren muss der Pulper von Zeit zu Zeit von Kunststoff entleert werden.
Bei den SimplyOne™-Pulpern haben wir eine Lösung entwickelt, bei der der aus den Pulpern austretende Reststoff mindestens ebenso viel Kunststoff enthält wie der in den Pulper eingetragene Rohstoff. Dadurch wird der Bedarf an einer Entleerung des Pulpers reduziert.
6. Auch schlechtere Rohstoffe können genutzt werden
Das Volumen des Sekundärpulpers einer konventionellen OCC-Linie ist im Verhältnis zum Primärpulper klein. Daher darf der Rohstoff nur etwa 5 % Grobrest enthalten.
Im SimplyOne™-Konzept wird mit zunehmender Reststoffmenge auch das Volumen des Sekundärpulpers und des Reststoffwäschers vergrößert. Der Anteil des auf diese Weise abgetrennten Materials kann daher bis zu 50 % betragen.